Ihr Herz schlägt bis zu 1000 mal pro Minute; sie muss pro Tag soviel Futter verspeisen, wie sie selbst wiegt und macht dafür bis zu 600 Tauchgänge am Tag.
Bekommt sie nicht alle paar Stunden etwas zu essen, droht sie zu verhungern. Dies bedeutet, dass sie auch nicht viel Schlaf bekommt. Wasserspitzmäuse sind Tag und Nacht aktiv.

Obwohl die Wasserspitzmaus mäuseartig aussieht und die „Maus“ auch im Namen führt, gehört sich nicht wie die „echten Mäuse“ zu den Nagetieren, sondern - wie Maulwurf und Igel – zu den Insektenfressern. Dafür ist ihr Gebiss mit den dolchartigen Vorderzähnen ideal gemacht.
Ihr Speiseplan beinhaltet wirbellose Beutetiere wie Schnecken, Käfer, Insektenlarven, Kleinkrebse oder Wasserasseln.

Die kleine unermüdliche Jägerin liebt kleine bis mittlere Flüsse oder stehende Gewässer mit sauberem Wasser und dicht bewachsenem Ufer, das reichlich Schlupfwickel für den Nestbau bietet.
Im Rahmen eines Vortrages mit Exkursion besuchten 19 Interessierte solch einen Ort in Dittingen unterhalb des Bergmattenhofes. Die Zoologin Frau Dr. Cristina Boschi erklärt: „Die Wasserspitzmaus ist eine Einzelgängerin. Um genügend Nahrung zu finden, benötigt sie ein Jagdgebiet von bis zu 100 Meter Bachlänge - auf dem sie keine Artgenossen akzeptiert.“
Für die Fortpflanzung muss sie für kurze Zeit doch einen Eindringling dulden. Das Männchen macht sich auf den Weg, ein Weibchen zu finden, und versucht es durch hohe, für uns kaum hörbare zwitschernde Pfeiftöne zu betören. Ist getan, was getan werden muss, macht das Wassermausweibchen dem Herrn auch schon wieder klar, dass er hier nicht mehr erwünscht ist.
Die Aufzucht der Jungen ist reine Frauensache. Während dieser Zeit muss die Wasserspitzmaus noch mehr Nahrung als sonst zu sich nehmen – das 1.5-fache ihres Körpergewichtes. Die Jungen bleiben nur ca. 5 Wochen in der Fürsorge der Mutter. Dann sind sie bereit für die Selbstständigkeit und müssen ein eigenes Revier suchen.
In den letzten Jahren wurde vermehrt im Kanton Baselland nach Wasserspitzmäusen gesucht. In Gebieten, in denen sie vermutet wird, wurden ca. 20 cm lange Röhren – Mäuse lieben so etwas – ausgelegt und immer wieder kontrolliert. Mit Hilfe einer genetischen Datenbank werden gefundene Kotspuren abgeglichen, und so wurden z.B. auch in Liesberg und Therwil Wasserspitzmäuse nachgewiesen.
Um die Wasserspitzmaus zu Gesicht zu bekommen, braucht es Glück oder viel Geduld. Sie lebt sehr zurückgezogen.
